Abiball 2.0

„Es gehört mehr accommodations-710045_1920 (1)
zum Tanz als rote Schuh.“
(Sprichwort)

Mein Blick auf meinen eigenen Abiball könnte ich rückblickend wohl als sehr skeptisch beschreiben (wer mag, kann das hier noch einmal nachlesen). Dafür kann ich nun sagen: Nicht jeder Abiball muss so sein!

Dieses Jahr war ich nämlich auf dem Abiball des diesjährigen Abschlussjahrgangs, weil eine gute Freundin zu den Absolventen gehörte. Denn während letztes Jahr jene Freundin uns durch den Abend begleitet hatte, war es im diesen Jahr der umgekehrte Fall.

Und ich kann sagen: Es hat sich gelohnt.

Die Kleider-Frage war dieses Jahr definitiv schneller zu beantworten. Ohne aufwendige Abendgarderobe reichte ein „normales“ elegantes Kleid aus, ohne viel Geld investieren zu müssen. Auch der gesellschaftliche Druck („Es muss ein schöner Abend werden!“) entfiel dieses Jahr schließlich für mich völlig.

Sogar das Wetter zeigte sich dieses Jahr von seiner besseren Seite: Der erbitterte Kampf um eine nahegelegenen Parkplatz war letztes Jahr eingebettet in strömenden Regen gewesen, während dieses Jahr ohne erbitterten Parkplatzkampf (keine Ahnung wieso, obwohl ich zu einer ähnlichen Uhrzeit dort war) die Sonne sogar etwas vom Himmel schien.

Vielleicht lag es an dem Wetter oder genau an jenem fehlenden Druck oder daran, dass es ich nur Zuschauer war, aber auf jeden Fall konnte ich so in aller Ruhe den Abend in netter Gesellschaft verbringen.

Das Essen war ähnlich, der Aufbau des Saales auch und die Toiletten (viele Frauen werden diesen Aspekt nachvollziehen können 😛 ) hatten sich ebenfalls nicht verändert.

So konnte ich beobachten, bekannten Gesichtern Glückwünsche aussprechen und unbekannte Gesichter grübelnd Namen zuordnen.

Im Laufe des Abends habe ich ein paar Lehrer gesehen, die ich kannte. Meinem ehemaligen Leistungskurslehrer stand ich sogar gegenüber, aber ich hatte in dem Moment nicht das Gefühl, dass er mich überhaupt erkannt hat.

Wer mich hingegen erkannt hat, war jene Lehrerin, die Marie und mich in unserem mündlichen Prüfungsfach begleitet hat.
Und wo ist der perfekte Ort für ein Gespräch? Richtig, vor der Toilette. 😀
Es folgten allgemeine Floskeln über Beruf und die allgemeine Situation, bis hin zu einer Erinnerung an uns ihrerseits. „Sie waren wirklich ein toller Kurs.“, erklärt sie, „Der Kurs dieses Jahr… Nunja…“ Ich nicke verständnisvoll: „Es hat uns auch immer sehr viel Spaß gemacht!“ „Und wenn ich an die mündliche Prüfungen Ihres Kurses denke…“ Sie erzählt von der schwierigen Notengebung dieses Jahr und erinnert sich, mit welcher Note ich abgeschnitten habe. „Aber“, ergänzt sie, „Marie war ja noch einen Punkt besser als Sie.“ (Anm. v. Marie: Das war so typisch für die Lehrerin, mich so mit dir zu vergleichen, sodass ich besser abgeschnitten habe als du. 😈 )
Ich nicke und werde prompt über Marie ausgefragt, was sie jetzt eigentlich täte. Kurz und knapp fasse ich Maries Leben zusammen, bevor wir uns schließlich verabschieden (und ich Marie viele Grüße ausrichten möge) und jeder seinen Weg fortsetzt.

Am Ende des Abends werde ich meinen Weg sogar nicht nur nach Hause, sondern auch zu dem Zuhause der Freundin fortsetzen, der ich schon im Vorfeld meinem Fahrdienst zugesagt hatte.

Eigentlich war es ein schöner Abend. Uneigentlich auch. Die Investition in die Karte hat sich auf jeden Fall gelohnt. Beim 2. Mal wird manchmal eben doch einiges besser! 🙂

//Viele liebe Grüße
von Kathrin

 

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Ein Gedanke zu “Abiball 2.0

  1. Hauptschulblues 26. Juli 2017 / 23:09

    Lehrkräfte vergleichen immer.
    Schon jeder Test ist ein Vergleich.
    Und, wie frau sieht, können sie nicht mehr davon lassen.

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